Die politische Gemeinde

Die politische Gemeinde Lackendorf

Lackendorf liegt im nordöstlichen Teil des Mittelburgenlandes und gehört als eigenständige Gemeinde zum Bezirk Oberpullendorf. Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von 12,71 km² und erstreckt sich über rund elf Kilometer. Anfang des Jahres 2022 waren insgesamt 723 Personen in Lackendorf gemeldet, davon 598 mit Hauptwohnsitz und 125 mit Nebenwohnsitz.

Die Gemeindepolitik wird von einem 13-köpfigen Gemeinderat gestaltet. Bei der Gemeinderatswahl 2022 erreichte die SPÖ die Mehrheit der Stimmen und stellt acht Gemeinderäte, während die ÖVP mit fünf Mandaten vertreten ist. Bürgermeister Werner Hofer (SPÖ) wurde bei der Direktwahl im Amt bestätigt. Als Vizebürgermeister fungiert Andreas Bauer (ÖVP). Gemeinsam mit weiteren Mitgliedern des Gemeindevorstandes tragen sie Verantwortung für die kommunale Entwicklung und Verwaltung der Gemeinde.

Ein bedeutender Abschnitt der jüngeren Gemeindegeschichte begann mit dem burgenländischen Gemeindestrukturverbesserungsgesetz. Mit 1. Jänner 1971 verlor Lackendorf seine Eigenständigkeit und wurde gemeinsam mit Raiding und Unterfrauenhaid zur neuen Marktgemeinde Raiding-Unterfrauenhaid zusammengelegt. Ziel dieser landesweiten Reform war es, Verwaltungsstrukturen zu vereinfachen und die finanzielle Leistungsfähigkeit der Gemeinden langfristig zu sichern. Im gesamten Burgenland wurde dadurch die Zahl der selbstständigen Gemeinden von 319 auf 74 reduziert.

In Lackendorf wurde diese Zusammenlegung jedoch von einem großen Teil der Bevölkerung kritisch gesehen. Viele Bürgerinnen und Bürger empfanden die neue Gemeindestruktur als wenig nachvollziehbar und fühlten sich mit den anderen Ortsteilen historisch und emotional nur schwach verbunden. Im Laufe der Jahre entstand zunehmend der Eindruck, dass die Anliegen Lackendorfs innerhalb der Großgemeinde nicht ausreichend berücksichtigt würden. Wiederholt wurden daher Petitionen an die Burgenländische Landesregierung gerichtet, mit dem Ziel, die Eigenständigkeit der Gemeinde wiederherzustellen.

Der entscheidende Schritt erfolgte 1988, als sich bei einer Volksbefragung mehr als 90 Prozent der Stimmberechtigten für eine Trennung aussprachen. Daraufhin beschloss der Gemeinderat der Marktgemeinde einstimmig, die Auflösung der gemeinsamen Gemeinde zu beantragen. Nach Zustimmung der Landesregierung und Klärung der Vermögensaufteilung konnten alle drei Ortsteile ihre Selbstständigkeit zurückerlangen.

Mit 1. Jänner 1990 wurde Lackendorf wieder eine eigenständige Gemeinde. Bis zur ersten Gemeinderatswahl führte ein von der Landesregierung bestellter Regierungskommissär die Amtsgeschäfte. Im Zuge der Trennung vereinbarten Lackendorf und Unterfrauenhaid eine enge Zusammenarbeit in Form einer Verwaltungsgemeinschaft, die bis heute besteht. Während Raiding diese Kooperation 1995 verließ, arbeiten Lackendorf und Unterfrauenhaid weiterhin eng zusammen und nutzen gemeinsame Verwaltungsstrukturen.

Die Gemeindeverwaltung betreut die Bürgerinnen und Bürger sowohl im Gemeindeamt Lackendorf als auch im Gemeindeamt Unterfrauenhaid. Damit verbindet die Gemeinde ihre politische Selbstständigkeit mit einer effizienten und bürgernahen Verwaltungsorganisation.